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Die größten Irrtümer über Gips

Die Zukunftsfähigkeit von Gips und Gipsbaustoffen in der Architektur ist seit Jahrtausenden durchgängig sichtbar. Bauprodukte und -systeme aus Gips haben die Philosophie moderner Leichtbauweisen mitgeprägt und gehören heute zum Alltag auf Baustellen – was die Fachwelt kaum mehr bezweifelt. Trotz allem sind vereinzelt Bau(ern)weisheiten anzutreffen, die über Gips Überraschendes zu Tage fördern. Was ist dran an diesem „Expertenwissen“?

Gips „keinesfalls in Küche und Bad“

Die Vorteile der Gipsbaustoffe können für alle Innenräume im Wohnungsbau sowie für alle Räume mit wohnähnlicher Nutzung außerhalb des Wohnungsbaus genutzt werden (Hotels, Krankenhäuser, Schulen). Dies gilt ausdrücklich auch für häusliche Küchen und Bäder. Denn in diesen Räumen ist nicht mit einer andauernden und starken Feuchtebelastung durch Wasserdampf, sondern nur mit gelegentlichem Spritzwasser und kurzzeitig erhöhter Luftfeuchte zu rechnen, die für Gips keine Beeinträchtigung darstellen. Lediglich in gewerblichen Feuchträumen wie Großküchen oder öffentlichen Duschen dürfen keine Gipsbaustoffe eingesetzt werden.

Gips kann „keine Fliesen“

Hartnäckig beharrt noch manch ein Fliesenleger darauf, dass Fliesen oder Bekleidungen aus Natursteinplatten nicht auf Bauteilen aus Gips verlegt werden können. Das einschlägige Merkblatt „Hinweise für die Ausführung von flüssigen Verbundabdichtungen mit Bekleidungen und Belägen aus Fliesen und Platten für den Innen- und Außenbereich“ des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe nennt jedoch für Fliesen in häuslichen Küchen und Bädern ausdrücklich auch Gipsputze, Gips-Wandbauplatten sowie Gipsplatten als geeignete Untergründe. […]

Der geplante Gipsabbau am Winkelberg – Teil 4: Keine Standortalternativen

Auf Grund der bestehenden zwingenden Qualitätsanforderungen für die Herstellung von Spezialgipserzeugnissen ist die CASEA GmbH zur Fortführung und zum Erhalt des Gipswerkes Ellrich darauf angewiesen, nach der Erschöpfung des Vorrates innerhalb des Bergwerkseigentumsfeldes Appenrode/Rüsselsee die als Rohstoff benötigten hochwertigen Naturgipse aus einer anderen verfügbaren Lagerstätte zu gewinnen, die die betreffenden Qualitätsanforderungen erfüllt.

Der Lagerstätte im Bergwerkseigentumsfeld Rüdigsdorf/Winkelberg kommt insoweit eine besondere und vorrangige Bedeutung zu. Diese ergibt sich einerseits aus der besonders hohen Qualität und Reinheit des Sangerhäuser Anhydrits, in dem sich die Lagerstätte befindet und der Tatsache, dass die Rohstoffgewinnung am Standort bereits bis 1992 zugelassen war und aktiv durchgeführt wurde. Zum Anderen stehen keine anderen Lagerstätten zur Verfügung.

So können andere grundsätzlich verfügbare Lagerstätten der CASEA GmbH – auf Grund der dort anderen bzw. wesentlich geringeren Qualitäten bzw. Mengen der Rohstoffe – zur Rohstoffversorgung des Spezialgipswerkes Ellrich nach der Erschöpfung der Lagerstätte im Bergwerkseigentumsfeld Appenrode/Rüsselsee nicht bzw. nur sehr eingeschränkt und allenfalls partiell und vorübergehend genutzt werden. Sie können die Lagerstätte Rüdigsdorf/Winkelberg aber nicht ersetzen. Dies gilt insbesondere für die Lagerstätte Ellricher Klippen bzw. Ellricher Klippen Süd und Woffleben/Hohe Schleife. […]

Warum Dr. Marx und die Bürgerinitiative irren

Gips aus Recyclingmaterial – eine komplizierte Geschichte

Von Dr. Hans Jörg Kersten

In einer Stellungnahme einer Bürgerinitiative im Südharz wird auf einen Vortrag „Gipsaufkommen in Bauabfällen“ von Dipl.-Ing. Tabea Schulz, Dr.-Ing. Elske Linß und Prof. Dr.-Ing. habil Anette Müller (Bauhaus-Universität Weimar) anlässlich des I. Wissenschafts-Kongresses Abfall- und Ressourcenwirtschaft am 29./30. März 2011 verwiesen.

Die Vortragsfolien der Universität Weimar sind über den Internet-Link http://h2294096.stratoserver.net/_daten/mm_objekte/2016/02/379155_0215_82003238.pdf
im Rahmen einer Veröffentlichung von Herrn Dr. Marx in nnz-online „Bürgerinitiative nimmt Stellung“ am 15.02.2016 (http://nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=185598) verlinkt worden.

Kernbotschaft sind die von der BI im Text zitierten Abfallmengen als Output entsprechend Folie 12/14: […]

Der geplante Gipsabbau am Winkelberg – Teil 3: Technische Kurzbeschreibung des Vorhabens

Das Bergwerkseigentum „Rüdigsdorf / Winkelberg“ befindet sich im Landkreis Nordhausen und erstreckt sich über Flurstücke der Gemarkungen Petersdorf und Rüdigsdorf in der Stadt Nordhausen. Es schließt die Erhebungen des Winkelbergs und der nördlich angrenzenden Höhenzüge bis zur Ortslage Rüdigsdorf ein.

Das geplante Gewinnungsfeld erstreckt sich auf den südöstlichen Teil des Bergwerkseigentums und umfasst eine Fläche von ca. 18 ha (ca. 43% der Gesamtfläche des BWE von 41,8 ha). Im Westen bildet die im Hangbereich des Winkelbergs verlaufende Grenze des NSG „Rüdigsdorfer Schweiz“ die Grenze des Gewinnungsfeldes. Im Osten und Südosten entspricht die geplante Abbaugrenze der Grenze des Bergwerkseigentums.

Diese Abgrenzung der für eine Gipsgewinnung geplanten Fläche mit einer Größenordnung von 18 ha entspricht dem im Jahr 1997 mit dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt sowie dem Thüringer Landesverwaltungsamt geschlossenen „Gipskompromiss“. Dabei haben sowohl das Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt als auch das Landesverwaltungsamt der getroffenen Kompromisslösung, mit einem Rohstoffabbau auf einer Fläche von ca. 18 ha, ausdrücklich zugestimmt. Im Gegenzug hat die Rechtsvorgängerin der CASEA GmbH, die Südharzer Gipswerk GmbH, zugestimmt, die verbleibenden ca. 23 ha des Bergwerkseigentums Rüdigsdorf/Winkelberg dem Naturschutz zur Verfügung zu stellen. […]