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Warum Dr. Marx und die Bürgerinitiative irren

Gips aus Recyclingmaterial – eine komplizierte Geschichte

Von Dr. Hans Jörg Kersten

In einer Stellungnahme einer Bürgerinitiative im Südharz wird auf einen Vortrag „Gipsaufkommen in Bauabfällen“ von Dipl.-Ing. Tabea Schulz, Dr.-Ing. Elske Linß und Prof. Dr.-Ing. habil Anette Müller (Bauhaus-Universität Weimar) anlässlich des I. Wissenschafts-Kongresses Abfall- und Ressourcenwirtschaft am 29./30. März 2011 verwiesen.

Die Vortragsfolien der Universität Weimar sind über den Internet-Link http://h2294096.stratoserver.net/_daten/mm_objekte/2016/02/379155_0215_82003238.pdf
im Rahmen einer Veröffentlichung von Herrn Dr. Marx in nnz-online „Bürgerinitiative nimmt Stellung“ am 15.02.2016 (http://nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=185598) verlinkt worden.

Kernbotschaft sind die von der BI im Text zitierten Abfallmengen als Output entsprechend Folie 12/14: […]

Der geplante Gipsabbau am Winkelberg – Teil 3: Technische Kurzbeschreibung des Vorhabens

Das Bergwerkseigentum „Rüdigsdorf / Winkelberg“ befindet sich im Landkreis Nordhausen und erstreckt sich über Flurstücke der Gemarkungen Petersdorf und Rüdigsdorf in der Stadt Nordhausen. Es schließt die Erhebungen des Winkelbergs und der nördlich angrenzenden Höhenzüge bis zur Ortslage Rüdigsdorf ein.

Das geplante Gewinnungsfeld erstreckt sich auf den südöstlichen Teil des Bergwerkseigentums und umfasst eine Fläche von ca. 18 ha (ca. 43% der Gesamtfläche des BWE von 41,8 ha). Im Westen bildet die im Hangbereich des Winkelbergs verlaufende Grenze des NSG „Rüdigsdorfer Schweiz“ die Grenze des Gewinnungsfeldes. Im Osten und Südosten entspricht die geplante Abbaugrenze der Grenze des Bergwerkseigentums.

Diese Abgrenzung der für eine Gipsgewinnung geplanten Fläche mit einer Größenordnung von 18 ha entspricht dem im Jahr 1997 mit dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt sowie dem Thüringer Landesverwaltungsamt geschlossenen „Gipskompromiss“. Dabei haben sowohl das Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt als auch das Landesverwaltungsamt der getroffenen Kompromisslösung, mit einem Rohstoffabbau auf einer Fläche von ca. 18 ha, ausdrücklich zugestimmt. Im Gegenzug hat die Rechtsvorgängerin der CASEA GmbH, die Südharzer Gipswerk GmbH, zugestimmt, die verbleibenden ca. 23 ha des Bergwerkseigentums Rüdigsdorf/Winkelberg dem Naturschutz zur Verfügung zu stellen. […]

Pressemitteilung 15.02.2016 – Gipsindustrie: Ein starker Wirtschaftsfaktor im Südharz

Mehr als 1300 Arbeitsplätze und 32 Millionen Euro Steuern und Abgaben, 92 Millionen Euro an Wertschöpfung deutschlandweit

Nordhausen – Die Gipsindustrie ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren im Südharz: Allein die drei Standorte der Unternehmen CASEA GmbH (Ellrich), Knauf Deutsche Gipswerke KG (Rottleberode) und Saint-Gobain Formula GmbH (Walkenried) haben im Jahr 2014 im Südharz für eine Bruttowertschöpfung von mehr als 92 Millionen Euro gesorgt, davon mehr als die Hälfte in der Region Südharz selbst. Das hat eine Untersuchung ergeben, die das Consulting-Unternehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Econ) in Berlin im Auftrag des Bundesverbands der Gipsindustrie und der örtlichen Unternehmen durchgeführt hat.

Ihre Ergebnisse wurden jetzt in Nordhausen vorgestellt. Danach sorgen die drei Standorte von Knauf, CASEA und Formula auch für nachhaltige Beschäftigung: Mehr als 1300 Menschen haben durch diese drei Werke einen Arbeitsplatz, die Hälfte davon direkt in der Region. „Das zeigt: Die Arbeitsplätze in der Gipsindustrie haben einen höheren Multiplikator als andere Branchen, etwa der Tourismus“, erläuterte Dr. Ferdinand Pavel vom DIW Econ: „Jeder Arbeitsplatz in den Gips-Werken hier sorgt für weitere 3,1 Arbeitsplätze, in der Region und außerhalb“.

Auch die öffentlichen Kassen leben gut von den Gips-Werken des Südharzes: Die öffentlichen Einnahmen aus der Tätigkeit der drei Gips-Standorte Rottleberode, Ellrich und Walkenried summieren sich bundesweit auf 32,7 Millionen €. Davon fließen etwa 20 Millionen in Kassen innerhalb der drei Bundesländer Thüringen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. […]

Der geplante Gipsabbau am Winkelberg – Teil 2: Erforderlichkeit & Zielsetzung des Vorhabens

Die CASEA GmbH betreibt zur Versorgung des Marktes mit Rohstoffen in Ellrich, im Landkreis Nordhausen, ein Werk für die Aufbereitung sowie Weiterverarbeitung von Gips- und Anhydritgestein und die darauf aufbauende Herstellung spezialisierter Gipsprodukte. Das Werk ist maßgeblich auf die Produktion von Gipsprodukten für besondere Anwendungen ausgelegt. Dies sind spezielle Gipse für die Medizintechnik und besondere Gipsgrundprodukte für die Lebensmittel- und Futtermittelindustrie, Gipse für die keramische Industrie, Formgipse sowie hochwertige Spachtelgipse, Hartgipse und Spezialgipsputze und Spezialgipsestriche. Diese Produkte machen dabei einen erheblichen Teil der Gipsproduktion des Werkes in Ellrich aus.

Als Grundlage des betreffenden Produktionsbetriebes benötigt die CASEA GmbH entsprechend den Anforderungen des Marktes daher zwingend hochwertige (hochreine) Naturgipse, die auf Grund ihres Reinheitsgrades und ihrer sonstigen Eigenschaften die stofflichen Voraussetzungen zur Herstellung der genannten Spezialgipserzeugnisse erfüllen. Die CASEA GmbH ist damit auf eine entsprechende sowohl kurz-, als auch mittel- und langfristige Sicherung der Rohstoffversorgung in existenzieller Weise angewiesen. Denn nur unter dieser Voraussetzung kann das Gipswerk in Ellrich die Spezialgipsherstellung aufrecht erhalten und damit weiterhin und dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden. Dabei ist auch zu beachten, dass in den Standort Ellrich seit dem 3. Oktober 1990 finanzielle Mittel von insgesamt über 60 Millionen € investiert wurden. Im Werk sind derzeit ca. 60 Arbeitnehmer beschäftigt, davon mehrere Auszubildende. Von diesen Arbeitsplätzen hängen insbesondere im Landkreis Nordhausen weitere Arbeitsplätze indirekt ab. […]