Der Betriebsrat der Casea im Werk Ellrich hat sich in der Auseinandersetzung um künftige Gipsabbau-Möglichkeiten an die Mandatsträger und an den Ministerpräsidenten selbst gewandt. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem dringend eine Entscheidung zur Erschließung eines neuen Tagebaus – Rüdigsdorf/Winkelberg – benötigt wird, da die Reserven aus den anderen Steinbrüchen nur noch etwa fünf bis sechs Jahre für die Absicherung der Produktion reichen werden“, schreibt Hartwig Grothe, der Vorsitzende des Betriebsrates. Dies gelte „selbst bei effektivstem Einsatz unserer Rohstoffe“.

In dem Schreiben, das an die Mitglieder des Stadtrates und des Kreistages Nordhausen sowie an die Abgeordneten des Landtags ging, heißt es weiter, wenn es nicht zu einer entsprechenden Erweiterung käme, „stehen unsere Arbeitsplätze auf dem Spiel. Wir benötigen hier ihre Hilfe.“

Grothe betont in dem Schreiben auch die Bemühungen der Casea um den Umweltschutz, an dem auch den Mitarbeitern selbst viel gelegen sei. Man habe nicht nur das Produktionswerk in Ellrich umweltgerecht gestaltet, sondern achte auch in den Steinbrüchen wie etwa am Rüsselsee auf Naturschutz- und Umweltschutzkonzepte, die eine sukzessive, naturnahe und werthaltige Renaturierung der abgebauten Flächen möglich machen, damit die Flächen als wertvolle Natur wieder zurückgegeben werden könnten. Auch die Möglichkeiten, REA- und Recycling-Gips einzusetzen, würden vollständig ausgeschöpft.

An diesem Umweltschutz seien die Mitarbeiter selbst interessiert, schreibt der Betriebsratsvorsitzende. Sie seien alle selbst in der Region verwurzelt, und hätten deshalb selbst ein Interesse an intakter Natur, wozu auch die rekultivierten Flächen zu zählen seien. „Wir bitten Sie im Hinblick auf die Arbeitnehmer und ihre Familien, sich für den Arbeitsplatzerhalt und einen damit einhergehenden umweltschonenden Gipsabbau einzusetzen“, heißt es in dem Brief.

An Ministerpräsident Ramelow schrieb Grothe: „Es geht darum, auf einem Teil der uns nach dem „Gipskompromiss“ mit der thüringischen Staatsregierung zur Verfügung stehenden 18 Hektar Bergwerkseigentum am Winkelberg in umweltschonender und emissionsarmer Weise Gips abzubauen. Auf diese Abmachungen des Gipskompromisses haben wir uns verlassen.

Das entsprechende Verfahren beim Landesbergamt wird jetzt begonnen. Unsere Bitte ist, dass Sie und die Staatsregierung uns die dafür notwendige Unterstützung geben, also Hindernisse aus dem Wege räumen helfen und dem Abbau letztlich zustimmen. Uns geht es um unsere Arbeitsplätze , zugleich aber geht es auch uns, die wir hier leben und arbeiten, um den bestmöglichen Schutz der Natur. Dafür werden wir uns auch innerhalb unseres Werkes einsetzen.“